Swing and the City München

Was ist Swing?

Unter den Begriff „Swing“ fallen mehrere Sachen. Zu erwähnen ist natürlich die Musikrichtung Swing, eine Hauptrichtung des Jazz, untrennbar verbunden mit den BigBands, den großen Jazz-Orchestern.

Viel der Popularität des Swing der 30er Jahre wird der Tanzbarkeit zugesprochen. Und so spricht man von den Swing-Tänzen, einer ganzen Familie von Tänzen die in dieser Zeit entstanden sind. Die populärsten davon sind der Lindy Hop / Jitterbug, Balboa und Collegiate Shag. Im weiteren Sinne kann man auch den Boogie-Woogie, Jive, Discofox und den Rock’n’Roll zu den Swing-Tänzen zählen, da diese viele Elemente aus den anderen Swing übernommen haben. Jedoch werden diese Tänze meist nicht mehr zu Swing-Musik getanzt.

Als Bindeglied zwischen der Entstehung der Swing-Tänze, dem Revival in den 80ern und 90ern und der Swing-Tanz-Szene von heute ist Frankie Manning besonders hervorzuheben. Einerseits war er einer der größten Swing-Tänzer in den 30er Jahren, andererseits hat er beim Revival in den 80er und 90er Jahren bis zu seinem Tod im April 2009 noch die jungen Generationen von Swing-Tänzern unterrichtet und unterstützt. Video vom Shim Sham auf dem Odeonsplatz in München zu Ehren von Frankies B-Day 2011.

Die Geschichte des Swing ist untrennbar mit den „Roaring Twenties“ verbunden, den „Wilden Zwanzigern“. Innerhalb von Tagen stürzte die blühende Wirtschaft in eine tiefe Kriese und Rezession. In den USA wurde in vielen Staaten der Verkauf von Alkohol verboten, was zu einem rapiden Anstieg an Kriminalität führte. Illegale Kneipen – sogenannte „Flüsterkneipen“ – florierten, und so auch das Geschäft mit dem illegalen Genussmittel.

Langsame (romantische) Swing-Musik

Swing war zu dieser Zeit „Popmusik“ und dominierte die Musiklandschaft in den USA. Jedoch war auch diese Musik einem Wandel unterworfen. Zum einen entstand der anspruchsvollere Jazz wie der Bebop daraus, konnte aber aufgrund seiner Komplexität keine vergleichbare Popularität erreichen. Zum anderen entstand der Jump Blues, ein energiegeladener Blues der aber mit einer kleineren Besetzung auskommt als einer ganzen Bigband. Mit der Entwicklung der elektrischen Gitarre erhielt auch dieses Instrument Einzug in die Musik und letztendlich entstand der Rock’n’Roll und die moderne Rock-Musik. Erst in den 90er Jahren entstanden ein paar populäre Bands die moderne Punk-, Pop- und Rock-Musik mit den älteren Stilen insbesondere des Jump Blues kombinierten und das sogenannte Swing Revival einleuteten.

In diesem Zuge wurden dann auch die alten Tänze wieder entdeckt, und viele der Tänzer entdeckten die alte Swing-Musik neu. Und so ist die Swing-Szene heute geprägt von einer Rückbesinnung auf die ursprüngliche Musik. Nichts desto trotz befindet sich die heutige Tanz-Gemeinschaft in einem ständigen Wandel, in dem man beispielsweise versucht die damaligen Tanzstile nicht einfach nur zu kopieren, sondern sie mit anderen verwandten Elementen (beispielsweise aus dem Blues) ergänzt, und die Tanztechnik zu perfektionieren versucht.

Kevin und Carla